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Sozietät  Geschichte

Die Geschichte von Schilling, Zutt & Anschütz

»Für begeisterte Reaktionen sorgte v.a. der Plan, wieder als selbstständige Kanzlei aufzutreten - nicht zuletzt, weil der Name SZA bei vielen Wettbewerbern geradezu nostalgische Erinnerungen weckt.«

JUVE Handbuch Wirtschaftskanzleien 2008/2009

Die Wurzeln der Sozietät Schilling, Zutt & Anschütz reichen mehr als 100 Jahre zurück. Zur ersten Partnergeneration gehörten so namhafte Persönlichkeiten wie Heinrich Kronstein, Wilhelm Zutt und Karl Geiler, die teilweise bereits in den »Goldenen Zwanzigern« an spektakulären Mandanten, darunter der Fusion von Daimler und Benz, der Gründung der IG Farben oder dem Erwerb von Opel durch General Motors mitwirkten. Sie haben wie wenige andere die Theorie und Praxis des modernen Wirtschaftsrechts in Deutschland geprägt.

Die Gründer

Heinrich Kronstein (1897-1972): Gemeinsam mit Wilhelm Zutt gründete Heinrich Kronstein 1931 die Sozietät Kronstein Zutt. Nach der Auswanderung in die USA arbeitete er zunächst in der Claims-Division des amerikanischen Department of Justice, später dann in der Anti-Trust-Abteilung. In diesen Funktionen war er mit dem Wiederaufbau in Europa und der Verwaltung von Feindvermögen befasst. Kronstein unterrichtete seit 1946 als Professor an der Georgetown University in Washington D.C. und war seit 1956/57 Ordinarius für Wirtschaftsrecht an der Universität Frankfurt.

Wilhelm Zutt (1890-1962): Bevor sich Wilhelm Zutt 1931 als Rechtsanwalt niederließ, war er Syndikus bei der Rheinischen Creditbank. 1945 gehörte er der Provinzialregierung Mittelrhein-Saar an – mit der Zuständigkeit für Wirtschaft, Eisenbahn-, Straßen- und Schiffsverkehr. Außerdem ernannte ihn die Militäradministration zum Sprecher der Mannheimer Anwälte. Zutt war in den 50er und frühen 60er Jahren Mitglied zahlreicher Aufsichts- und Beiräte (u.a. Mitglied des Beirats der Deutschen Bank).

Karl Geiler (1878-1953): Karl Geiler praktizierte seit 1904 als Rechtsanwalt in Mannheim. Er beteiligte sich an der Gründung der Mannheimer Handelshochschule, der Vorläuferin der heutigen Universität Mannheim, an der er als Dozent für Handels-, Wirtschafts- und Steuerrecht lehrte. Von 1921 bis 1939 war er zunächst Privatdozent, dann Honorarprofessor in Heidelberg, bevor ihn die Nationalsozialisten seines Amtes enthoben. Als Ordinarius für internationales Recht kehrte er im Juni 1947 an die Universität Heidelberg zurück, deren Rektor er 1948/49 war. Die amerikanische Militärregierung ernannte Geiler 1946 zum ersten Ministerpräsidenten des neu geschaffenen Staates Hessen.

Wolfgang Schilling (1908-1992): Nach seinem Studium in München, Wien, Berlin und Heidelberg trat Wolfgang Schilling der von Zutt und Kronstein gegründeten Sozietät bei. In den folgenden Jahrzehnten erwarb er sich ein großes Ansehen in Wissenschaft und Praxis, dokumentiert auch durch die Mitarbeit in verschiedenen Aufsichts- und Verwaltungsgremien. Auf Bitten des emigrierten Max Hachenburg übernahm Wolfgang Schilling dessen bedeutende Kommentierung des GmbH-Gesetzes. Er gehörte ferner bis 1962 dem Sachverständigenausschuss zur GmbH-Reform an und engagierte sich 1972 in der Unternehmensrechtskommission des Bundesjustizministeriums. Die Universität Heidelberg ernannte ihn 1968 zum Honorarprofessor für Gesellschafts- und Unternehmensrecht.

»Der Anwalt kann nur ein wirklicher Berater des Unternehmers sein, wenn er gleichzeitig der Berater des Menschen ist.«
Heinrich Kronstein

Die Nachkriegszeit

In den Jahrzehnten nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges nahm die Zahl der Anwälte und prominenten Mandate kontinuierlich zu. Seit den späten 50er Jahren war Wolfgang Schilling für Friedrich Flick in den Prozessen gegen dessen Sohn Otto-Ernst Flick tätig. Auch Großunternehmen wie Korf Stahl, Ciba-Geigy, Freudenberg, Deutsche Bank und HeidelbergCement vertrauten der juristischen und ökonomischen Kompetenz von Schilling, Zutt & Anschütz. Daimler-Benz stand man bei der Gründung von DASA und debis sowie bei der Ausgliederung der PKW und LKW Produktion in die neu gegründete Mercedes Benz AG zur Seite.

Die 90er: Expansionen und Fusionen

In den Jahren 1990 bis 2000 erweiterte sich der Kreis der Partner. Anfang der 90er Jahre expandierte die Kanzlei auch in räumlicher Hinsicht und eröffnete neue Büros in Frankfurt am Main und Dresden. In Ostdeutschland beriet sie über einen längeren Zeitraum die Treuhandanstalt. Der Zusammenschluss der Daimler-Benz AG und der Chrysler Corp. zur DaimlerChrysler AG wurde von Anwälten der Kanzlei ebenfalls maßgeblich mitgestaltet. Die Sozietät begleitete Daimler zudem beim Zusammenschluss von Dasa, Aerospatialé und Casa zur EADS.

Amerikanisches Intermezzo und "Unabhängigkeitserklärung"

Die Sozietät fusionierte im Jahr 2000 mit der US-amerikanischen Sozietät Shearman & Sterling LLP. Die SZA Schilling, Zutt & Anschütz Rechtsanwalts AG ist am 1. Mai 2008 aus dem Mannheimer Büro von Shearman & Sterling LLP hervorgegangen. Alle Gründungspartner sind ehemalige Partner bzw. Rechtsanwälte von Schilling, Zutt & Anschütz, so dass die große Tradition fortbesteht und die Mandanten auch in Zukunft höchste Anforderungen an die Qualität der anwaltlichen Beratung stellen können.

Seither ist die Kanzlei weiter expandiert. Im Sommer 2010 eröffnete die Sozietät ein zweites Büro in Frankfurt. Im Herbst 2013 wurde ein weiterer Standort in Brüssel eröffnet, so dass die Weichen für zukünftiges Wachstum gestellt sind.